Freunde sind wichtig




Freunde sind wichtigOhne Freunde fühlen wir uns irgendwie einsam, auch wenn wir einen Beziehungs- oder Ehepartner haben. Warum ist das so?

An zu wenig sozialen Kontakten, also Kontakten zu anderen Menschen, dürfte dies kaum liegen, zumindest wenn wir tatsächlich in einer Beziehung sind und im Schul- oder Berufsleben stehen.

Woher kommt das Bedürfnis, mindestens einen guten oder besten Freund zu haben?

Selbstdefinition, „Selbst-Bewusstsein“
Freunde sind wichtig, um sich selbst zu definieren: Was sind meine Stärken und was sind meine Schwächen? Wo habe ich noch Potential und wo sind meine Grenzen? Zum Verständnis: Es geht nicht darum, im körperlichen Wettbewerb zu erkennen, wer der Schnellere oder Stärkere ist, sondern durch das Äußern von Gedanken gegenüber dem Freund bemerken wir, was uns aufregt und was uns freut, wo wir verzweifelt sind und wo wir Hoffnung schöpfen. Es ist ein bisschen wie beim Beten: Durch die Aussprache unserer Gedanken sehen wir klarer, können plötzlich Entscheidungen treffen, wo wir vorher blockiert waren.

Natürlich spielen auch die konkreten Rückmeldungen des Freundes eine wichtige Rolle: Wo leidet er mit uns, wo hat er Trost und Tipps, aber wo ist er auch einer ganz anderen Meinung und lenkt unser Denken in eine neue Richtung, befördert einen Perspektivwechsel? Freunde geben einem ständig Rückmeldungen über das eigene Verhalten, ungeschminkte Rückmeldungen, durch die man sich bestätigt fühlt oder veranlasst fühlt, das eigene Verhalten zu verändern. Freunde unterstützen uns, aber korrigieren uns auch!




Wer keine Freunde hat, weiß insgesamt weniger über sich selbst – die Person, die jeder am besten kennen möchte.

Ventil und Ausgleich
Schule, Beruf, Familienleben – ständig kommt es im Alltag zu Frustrationen, Enttäuschungen, Verlusten und Ärger. Wem könnte man seine aufwühlenden Erlebnisse besser mitteilen als einem Freund, bei dem man mal so richtig mit der Faust auf den Tisch hauen oder die Tränen fließen lassen kann. Den man beim gemeinsamen Sport mal so richtig „fertigmachen“ kann. Mit dem man die Nacht durchtanzen kann und so endlich wieder richtige Entspannung erfährt.

Emotionaler Rückhalt
Auch wenn man in einer Beziehung ist, nicht alles, was man auf dem Herzen hat, kann oder möchte man dem Partner erzählen. Sei es, weil es einem peinlich ist oder weil der Partner für gewisse Situationen kein Verständnis aufbringt. Freunde sind unser emotionales Sprungnetz, das uns auffängt, wenn wir fallen. Insbesondere bei Schicksalsschlägen sind Freunde oft eine große Hilfe, weil sie uns formal weniger nahestehen als Verwandte, also einen objektiveren Blick auf gewisse Zusammenhänge haben, aber uns mental näher stehen als irgendjemand sonst.

Selbstsicherheit
Durch die Rückmeldungen unserer Freunde erfahren wir nicht nur einen emotionalen Ausgleich, sondern auch Ablehnung oder Bestätigung. Gerade diese Bestätigung gibt uns Sicherheit. Was gibt es Besseres, als von einer anderen Person die Richtigkeit des eigenen Handelns und der eigenen Gefühle bescheinigt zu bekommen? Es müssen nicht immer die Bestätigungen bei „großen“ Entscheidungen sein, durch die wir Sicherheit bekommen. Auch das Lob über die neue Frisur oder die neu gekauften Schuhe freuen uns und bestätigen uns innerlich.

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Sie sind herzlich eingeladen, in unserem Forum über Ihre Erfahrungen mit Freunden und Freundschaft zu sprechen und Fragen zu stellen.

 


7 Responses to Freunde sind wichtig

  1. Alina sagt:

    Also ich schließe mich euch völlig an
    Ich leide unter debressionen und habe somit auch nicht so viel Kontakt mit Menschen. Einen denn ich so meine Probleme erzählen könnte bin 19 Jahre jung wohne in Berlin 😀 bin aber nicht direkt ein Mof sagt man ja so das wenn Menschen keine Freunde haben das seien soll n 🙁
    Lg Alina

  2. Superbeowulf sagt:

    Ich möchte mich erst mal bei dem Autor bzw. den Autoren für diese tolle Seite bedanken. Sowas in der Richtung habe ich schon länger gesucht, aber selbst das i-net bzgl. des Themas Freundschaft m.E. wenig zu bieten.

    Aber der Satzteil „…oder die Tränen fließen lassen kann“ ist mir bitter aufgestoßen. Das mag v.a. für Frauen gelten, weil Frauen untereinander mehr als Männer Schwäche zeigen dürfen, Männer sollten da aber vorsichtiger sein. Selbst enge Freunde dürften einen weinenden Mann nur schwer ertragen können.

  3. Heike sagt:

    Hallo,

    ich (fast 54) habe mich seit langem sehr zurückgezogen, doch ich vermisse eine ehrliche und vertrauensvolle Freundschaft. Vielleicht finde ich hier Gleichgesinnte? Ich lebe in Schleswig-Holstein, nicht allzu weit von Hamburg entfernt und würde mich
    über mails aus der Nähe freuen…Aber ich kann mir auch einen Gedankenaustausch per mail vorstellen..

    Gruß Heike

    • Claudia sagt:

      Hallo Heike,
      völlig spontan habe ich mich hier entschieden, auf deinen Kommentar zu antworten.
      Ist ja schon ne ganze Weile her, aber vielleicht magst du trotzdem noch mit mir ein wenig schreiben.
      Wenn ja, würde ich mich freuen.
      Wir können uns etwas austauschen und vielleicht ergibt sich ja ein realer Kontakt wenns paßt. Wohne in deiner Nähe.
      Liebe Grüße Claudia

  4. mamba sagt:

    Ich bin halt einsam und suche Kontakt! Näheres später ,denn im Moment geht es mir auch nicht so gut!LG

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