Was ist Freundschaft?




Was ist Freundschaft? Teil 130 Tatsachen, die Sie kennen sollten, um Freunde zu finden und dauerhafte Freundschaften zu pflegen:

Tatsache 1: Freundschaft ist der Fels in der Brandung
Unser heutiges Leben ist im Vergleich zu früheren Zeiten geprägt von Dynamik. Wer verbringt heute noch sein ganzes Leben an dem Ort, an dem er geboren wurde, mit seiner Familie, einem einzigen Partner, an ein und demselben Arbeitsplatz?

Positiv gesehen sind wir frei, freier denn je, mit unendlichen Gestaltungsmöglichkeiten für unser Leben. Die Kehrseite der Medaille sind Ortswechsel, Partnerwechsel und Jobwechsel. Unser Leben ist unstet, nicht verlässlich, unberechenbar. Und wenn gerade keine Veränderung ansteht, sind wir einsam; im Jahr 2009 lebten 16 Millionen Menschen in Deutschland in Single-Haushalten, unter den 20- bis 35-Jährigen waren es alleine 4 Millionen.[ ]

Umso wichtiger sind für uns Menschen, die immer da sind, egal wo und in welcher Situation wir uns gerade befinden: Freunde. Sie sind Leuchttürme, die auch im dichtesten Nebel und stärksten Sturm sichtbar sind, die uns Sicherheit geben und uns den richtigen Weg weisen. Freunde sind nach einer Untersuchung von TNS Emnid im Jahr 2007 die wichtigste Quelle für Glück und Wohlbefinden.[ ]

Tatsache 2: Freunde sind nicht miteinander verwandt und führen keine Liebesbeziehung miteinander
In früheren Zeiten wurde der Begriff Freundschaft gleichbedeutend mit Verwandtschaft verwendet, Verwandte waren auch Freunde.[ ] Das hatte Vorteile, jeder hatte automatisch Freunde, aber auch Nachteile, denn man konnte sich seine Freunde nicht aussuchen. Heutzutage wird Freundschaft losgelöst von verwandtschaftlichen Beziehungen gesehen. Jedoch ist es nicht ausgeschlossen, dass auch zwischen Verwandten Freundschaft entsteht. Ebenso wie es eine Abgrenzung zur Verwandtschaft gibt, findet auch eine strikte Trennung zwischen Liebesbeziehung und Freundschaft statt. Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, dass eine Freundschaft sich in Richtung Liebe entwickelt – womit die Freundschaft automatisch endet – oder umgekehrt, dass nach einer beendeten Liebesbeziehung Freundschaft bleibt (siehe Tatsache 25).

Tatsache 3: Es gibt nur wenige Freunde
Die Zahl an engen, besten Freunden ist begrenzt. Warum? Weil es nicht so oft vorkommt, dass zwei Menschen auf einer Wellenlänge liegen, sich verstehen und ein enges Vertrauensverhältnis aufbauen. Es ist ein Glücksfall, ein Lottogewinn.
Untersuchungen zeigen, dass die meisten Menschen ein bis zwei „beste“ Freunde und etwa 5 „enge Freunde“ haben.[ ] Die meisten Freunde haben übrigens verheiratete Paare mit bereits erwachsenen Kindern. Mit weiter fortschreitendem Alter werden die Freunde dann immer weniger, allerdings halten die Freundschaften auch länger an.[ ]




Tatsache 4: „Freundschaft“ ist subjektiv
Die Definition des Begriffs „Freund“ ist grundsätzlich sehr vielfältig und schwammig, jeder Mensch hat andere Grenzen, ab wann er jemanden als Freund oder gar besten Freund bezeichnet. Und das ist auch in Ordnung so, es gibt keine von oben oder von der Gesellschaft verordnete Definition von Freund.

Tatsache 5: Wir streben nach dem „besten Freund“
Der Begriff „Freund“ wird in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet: Mit „Freund“ kann „ein Bekannter“, „ein Freund“, „ein guter Freund“, der „Partner“ oder auch der „Geschäftsfreund“, „Parteifreund“ usw. gemeint sein.

Letztendlich wünscht sich aber jeder von uns mindestens einen „besten Freund“. Einen, dem man vertrauen kann, mit dem man seine Zeit gerne verbringt und mit dem man alle Widrigkeiten des Lebens bewältigen und überstehen kann.

Früher hatten diese „besten“ Freundschaften ihren Ursprung häufig im Kindesalter und dauerten bis zum Ableben von einem der Freunde. In unserer heutigen Zeit mit Ortswechseln schon im Kindesalter gibt es solche Freundschaften immer seltener. Schlimmer noch: Ortswechsel erschweren es Kindern generell Freundschaften aufzubauen und führen zum Fehlen von wichtigen Sozialerfahrungen, die unter Umständen noch im Erwachsenenalter das Finden von Freunden erschweren.

Unser aller Ziel sind nicht die Freunde, mit denen wir nur einen bestimmten Bereich unseres Lebens (Geschäft, Sport usw.) teilen, sondern es geht uns um die „beste“ Freundschaft, die allumfassend und lebenslang besteht.

Hier geht es zu den Tatsachen 6 bis 10 >>>

Sie sind herzlich eingeladen, in unserem Forum über Ihre Erfahrungen mit Freunden und Freundschaft zu sprechen und Fragen zu stellen.

Vgl. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung: Immer mehr junge Menschen leben allein in einem Haushalt. Stand: 20.12.2012.
Vgl. Wikimedia Foundation Inc.: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Stand: 20.12.2012.
Vgl. Heidbrink, Horst; Lück, Helmut E.; Schmidtmann, Heide: Psychologie sozialer Beziehungen. Stuttgart: Kohlhammer 2009. S. 25.
Vgl. Heidbrink, Horst: Freundschaftsbeziehungen. In: Journal für Psychologie, Jg. 15 (2007), Ausgabe 1.
 


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