Am Ende ohne Kraft

Benni112

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#1
Ich muss sagen, das ich mir das Leute kennenlernen irgendwie anders vorgestellt habe, aber das es hier bei uns am Bodensee so schwer ist, das habe ich nicht für möglich gehalten.

Langsam muss ich sagen fehlt mir die Kraft und auch die Freude es überhaupt noch zu versuchen, ich fühle mich schon seit längerem erschöpft, meine Seele und mein Geist ist einfach nur noch leer. Wenn ich das mit den Worten einer Akku Batterie beschreiben müsste, dann würde ich sagen, sie ist tot und kaltentladen. Ich kann einfach nicht mehr, es ist wie in dem Film "Täglich grüßt das Murmeltier", alles wiederholt sich und man ist nur noch in einer Schleife. Täglich alles ohne Freunde, Aufstehen, Arbeiten, Training, heim und wieder alles von vorne.

Ich war schon immer eher ein Außenseiter, Freunde hatte ich groß keine, nur damals hat mich das weniger gestört, die virtuelle Welt war stärker. Nun werde ich älter und sehe wie andere ihren Freundeskreis haben bzw. diesen ständig erweitern und ich stehe hier, als ob meine Zeit schon abgelaufen ist.
Es ist nicht so, als ob ich keinen Kontakt will, ich habe mich immer stets bemüht, aber irgendwie hat man mich trotzdem immer auf das Abstellgleis geschoben. Keine Ahnung was ich an mir habe, weshalb das meist immer nur in einer kurzen oberflächlichen Bekanntschaft endet, wenn es denn überhaupt mal zu einer Zusage kommt.

Die meisten der "Freunde" habe ich über Facebook kennengelernt. Es ist aber dort mühsam Freundschaften zu schließen bzw. die Leute erst einmal zu einem Treffen zu animieren. Oftmals ist es eher ein hinterherbetteln, man fühlt sich dann sowieso schon wie das letzte Stück Dreck. Man merkt erst einmal wie stark oder meistens wie schwach das Interesse an dir als Person ist, denn häufig war nur ich derjenige, der immer geschrieben hat, die anderen melden sich oft von alleine überhaupt nicht mehr.
Mit ein paar hat es doch schonmal zu einem Treffen geklappt.
Neulich habe ich mich mit einem getroffen, den ich zuvor schonmal getroffen hatte. Beim ersten mal haben wir Kaffee getrunken und uns etwas unterhalten, naja wobei ich mehr geredet habe wie er.
Beim zweiten Treffen bin ich 35km zu ihm gefahren, dort war ein Stadtfest. Was soll ich sagen, der Abend war eine reine Katastrophe, zuerst wusste er nicht richtig in welches Bierzelt man hocken sollte, bis ich ihn zu einem Zelt überreden konnte dauerte seine 15min. Im Zelt dann habe ich versucht eine Unterhaltung zu führen, vergebens!
Teilweise stand man 1-2min nur stillschweigend am Tisch, bis ich krampfhaft das nächste Thema angefangen habe.
Den Abend habe ich mir so nicht vorgestellt.
Ich habe noch eine andere "Freundin" kennengelernt, doch auch hier bin ich oft nur das 5. Rad am Wagen, jemand den man mal schnell ausleihen kann, wenn man sonst niemand findet. Aber was soll ich machen, wenn ich mehrere und wirklich gute Freunde hätte, dann würde ich mich mit solchen Menschen nicht lange abgeben. Doch ich habe nur die Wahl zwischen nichts und diesen Leuten, die mich immer wieder sitzen lassen, mich nerven und verletzen.

Ich bin langsam mit meinem Latein am Ende, niemand kann mir vorwerfen ich hätte es nicht versucht, ich habe immer alles gegeben als introvertierter Mensch, doch am Ende hat es doch zu nichts geführt.

Manchmal frage ich mich echt, warum solche Menschen wie ich, in die Welt gesetzt werden, nur um von den Leuten ausgeschlossen zu werden? Damit man jemanden hat, auf den man zeigen kann?
Ich weiß es nicht, doch ich bin langsam müde, sehr müde...
 

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