Endlose Enttäuschungen wegen Krankheit

juno81

Neues Mitglied
#1
Hallo( ät )alle

ich versuche mal ein bishen Verständis, Anregungen oder ein bishen die Luft rauszulassen hier. Kann mit niemanden darüber wirklich reden.
Seit 4 Jahren bin ich körp. krank. Mittlerweile schon Morphinpatientin und mir hilft nichts mehr, bin tablettenresistent, warte auf die 3. Op im Herbst. Ich weiss nicht wo ich anfangen soll.
Ich hatte vor der Krankheit nicht viele Freunde, da ich sehr eingespannt war beruflich, Sprachstudium, Nebenjobs immer, immer wenig Zeit. Aber die Freunde, die ich hatte davor und auch seit meiner Erkrankung haben mich verlassen oder sehr enttäuscht. Mit wenigen Ausnahmen habe ich auch die Beziehung beendet, da ich seelisch sehr darunter litt unter den psychischen Misshandlungen.

Auch auf Männer hat es denselben Effekt, entweder ich beginne mit Ausgehen, Kennenlernen, Freundschaft und werde verlassen, wenn man merkt, wie krank ich wirklich bin oder ich sage von vorne herein, dass ich krank bin, man wird mir gesagt, es stört die nicht und dann zeigt man nur Desinteresse und kein Respekt"Du bist negativ, du musst mehr rausgehen, du bist agressiv". Sicherlich schwankt das wie bei allen Menschen, aber ich kann nicht mehr als 3 Termine am Tag haben, mehr kann ich nicht rausgehen(Arzttermine, Gassigeher als Arbeit täglich). Negativ ist niemand, der seit 4 Jahren ums Überleben kämpft, mit Schmerzen aufsteht und schlafen geht und das Schlafen auch nur noch wenig geht.
Aggressiv hhm gereizt bin ich öfters mal, weil ich nach 8 Stunden Stadterledigungen mich nur noch hinlegen will und nicht noch mich um andere kümmern kann oder einkaufen. Also meine Grenzen sind leicht erreicht.
Ich habe versucht, das diesen Menschen zu erklären, nix. Oft habe ich Bekanntschaft geschlossen und Handynr bekommen, es waren auch Mädels, die sozial waren(Kindengärtnerin zB) also die tolerant rüberkamen, aber auch die melden sich nie wieder.
Ich rede selten über Schmerzen und zwar wenn ich Rücksicht brauche, leiser reden(Tinnittus), langsamer Laufen oder einfach mich hinsetzen muss, um zu verschnaufen. Im Kino, Café, Bar habe ich nie über die Schmerzen gesprochen, ganz im Gegenteil, ich will mich auch mal ablenken, was Schönes erleben, denn das kommt bei mir selten vor. Mein ganzes Leben ist nur Kampf, jeden Tag und selbst mit den Ärzten und den Anträgen muss ich kämpfen um meine Rechte.

Da ich leider auch bei starken Schmerzen manchmal sehr labil und anlehnungsbedürftig bin(von 4 Jahren war 2 Jahren mit Pausen, aber insg. 2 Jahren single) bin ich auch mehrmals sex. ausgenutzt worden trotz den Schmerzen oder andere haben meine Bedürftigkeit ausgenutzt, dass ich ein Auto zum Einkaufen gebraucht habe und der sah es als Gegenleistung der Sex, nicht als Beziehung. Ich habs spät gemerkt, was die wirklich wollten, weil sie gelogen und versprochen haben im Umgang mit der Krankheit usw. Von dem Langzeit-Ex bin ich über 4 Monate betrogen worden mit vielen Frauen, er konnte angeblich nicht Schluss machen wegen meiner Krankheit, wollte deswegen immer mich dazu bringen Schluß zu machen, deswegen sehr schlecht behandelt und auch beschimpft, angeschriehen. Er war eine Art emotionaler Halt für mich, weil er da war immer und deswegen ertrug ich wohl viel mehr, als meine Liebe für ihn je ausgehalten hätte.

Ja nun habe ich in 3 Monaten eine sehr risikoreiche Op, habe Angst, bin alleine, aber voll betreut von diversen Sozialleute.
Habe einen Hass in mir auf die Männer, weil sie mich jedes Mal wegen der Krankheit abservieren, den Ex, menschlich bin von Freunde, Bekannte so enttäuscht in der Lebenslage, dass ich seit 6 Monate die Leute nach deren Telefonnr. nicht mehr frage, also bin kraftlos, nicht nur körperlich, sondern auch psychisch.
Was ich manchmal mache, ist mit Gruppen aus Internet was zu unternehmen, damit ich nicht komplett vereinsame. Aber hab niemand mit dem ich sprechen kann, dem ich vertrauen kann und einfach nur auch diese kranke Seite und ihre Folgen annehmen kann genauso wie mich auch, wie die positiven Seiten an mir, meine Intelligenz(Fremdsprachen, emot. Intelligenz), Charakter, auch Aussehen.
Und ehrlich gesagt, auch wenn ich einmal gesund sein werde, weiss ich nicht, wie ich solchen emot. Betrug und im Stich lassen in der Situation verarbeiten kann, ich bin einfach menschlich sehr enttäuscht und dann werde ich immer Angst haben, dass ich wieder in ähnliche Krisensituationen verlassen werde, es ist auch nicht dasselbe, Freunde zu haben, wenn ich gesund bin, es wäre schön gewesen in der Zeit da zu sein, mich abzulenken. Wenn ich gesund bin, braucht mir auch keiner mehr kommen mit wahrer Freundschaft und Liebe, die stärker als Schicksalsschläge ist usw.

Wenn jemand meint, mir Anregung zu geben kann, es machen, aber ich will keine Bewertung meiner Schmerzen, es ist mein Körper, zudem niemand kennt meine Krankheit(sehr unbekannt hierzulande). Die Kette an Enttäuschungen fing ja mit dem Ausbruch der Krankheit richtig an, also ich glaubte da noch an Freundschaft, Liebe usw.
 
#2
Hey juno81,

mhh ich weiß gar nicht so recht was ich dir als Anregung schreiben soll. Bei dem was du schreibst, habe ich nicht das Gefühl, dass du selbst irgendwas besser machen könntest. Im Gegenteil: Ich hab Respekt davor, dass du dich trotz deiner Krankheit nicht Zuhause einschließen möchtest, sondern raus gehen willst und dich ablenken willst. Es gibt viele Menschen die versinken in so einer Situation in Selbstmitleid.
Übrigens würde ich nach 8 Stunden "Stadterledigungen" genauso aggressiv werden - wahrscheinlich würde mir schon locker die Hälfte der Zeit reichen ;)

Ich kann mich schlecht in dich hineinversetzen und hab auch ehrlich gesagt nicht das Recht dazu. Aber ich finde es schade, dass du scheinbar nicht mehr an "Freundschaft, Liebe usw." glaubst, nur weil du scheinbar an die falschen Leute geraten bist. Ich kann mir vorstellen, dass man genau in so einer Situation eine Person braucht die einem immer bei Seite steht und zwar nicht wegen Geld, Mitleid oder Mitgefühl...
Ich würde dir wirklich wünschen, dass es vorallem erstmal gesundheitlich bei dir bergauf geht und du irgendwann eine Person findest, die dich so nimmt wie du bist. Ich finde das hat jeder Mensch verdient, egal ob Krankheiten, Behinderungen oder sonst was...

Deine Krankheit ist "sehr unbekannt hierzulande" sagst du. Magst du uns trotzdem sagen was das für eine Krankheit ist, wie sich das auf ein Alltag auswirkt usw?

Gruß
Marcel
 

juno81

Neues Mitglied
#3
Hallo Marcel

ich habe nicht aufgehört an Werte wie Freundschaft und Liebe zu glauben wegen ein paar Freunde, die abgezogen sind. Ich spreche von über 4 langen Jahren, wo ich nur noch enttäuscht, betrogen und verlassen wurde. Ja ich hätte mir auch jemand gewünscht, sei es Partner, Freund, aber was ich bekam waren Bekannte, die selbst krank sind. u
Auch bei Männer werde ich sobald man merkt, dass ich krank bin oder nicht in die Stadt fahren und versuche lieber in die Nähe zu gehen, abserviert. Ich fürchte, die wenigsten Männer legen am meisten Wert auf zuhören, Veständnis, Rücksicht, Kompromisse. Als Mann profitiert man sehr von diesen weiblichen Qualitäten, als kranke Frau hat man eine sehr kleine Auswahl.
Ich habe CMD und Hals. Brustwirbelsyndrom. CMD ist eine Kiefergelenkserkrankung, die nicht von Kasse bezahlt wird und sehr teuer und schwer zu behandelt ist, da sie nicht sehr erforscht ist.
Danke für die lieben Worte und die Zeit, die du dir genommen hast, den Eintrag zu lesen. Es freut mich, dass noch solche Menschen existieren, aber leider müssen sie mir auch über den Weg laufen.
Liebe Grüße, Melissa
 
#4
Mh was soll man dazu sagen??

Schade ist, dass die Leute dich so verarscht haben bzw. du dich so hast verarschen lassen.
Aber Mitleid hilft da nicht weiter.

Deine Krankheiten will dir niemand abstreiten. Es kann halt niemand beurteilen. Aber mein Eindruck ist bei ganz vielen Leuten, dass sie sich selbst verrückt machen. Krankheiten sind, in meinen Augen, ein Spiegel der Seele. Wenn es dir seelisch nicht gut geht, wirst du auch nicht gesund werden. Auch wenn du jetzt alle Hoffnungen in die Op steckst. Geniesse das Leben ein wenig. Setz dich in einen Park und lausche den Vögeln....

Du hast niemanden, der dir beim einkaufen hilft?? Kann man mir nicht erzählen. Nachbarn fahren auch einkaufen. Da kann man doch einfach mal fragen.

Du scheinst zu Hause zu sein. Warum tust du dir 8 Stunden "Stadterledigungen" an?? Ich, die sich als halbwegs gesund bezeichnet, wäre voll platt.

Ich weiß, dass ich sehr direkt bin. Aber gutschi gutschi ist nicht meins...

Lg Salattraube
 
#5
Ich glaube auch, vieles (natürlich nicht alles!) kommt von innen. Das heißt wenn es dir seelisch schlecht geht, schlägt sich das auch auf die Gesundheit aus. du solltest versuchen dein leben totz krankheit zu gnießen, zu entspannend und dir soetwas wie 8 stunden stadt nicht antun. vielleicht gehts dir dann bald wieder etwas besser und du kannst auch wieder auf menschen zugehen, und das mit guter laune, ohne ganz gestresst zu sein von den ganzen schmerzen. ich wünsche dir auf jeden fall alles gute und das es dir bald wieder besser geht!
 

juno81

Neues Mitglied
#6
Hallo Salattraube

nee ich habe wirklich niemanden FESTEN zum Einkaufen, wenn die Freunde sich ja verabschiedet haben durch die langen Krankenhausaufenthalte, dass ich nicht mehr so oft ausgehen konnte. Die Nachbarn sind alte Ehepaare und die leihen nicht mal einen Bohrer. Habe auch bei Caritas in der ganzen Stadt nachgefragt, nur für gehbehinderte und alte Leute. Ich gehe noch seit einigen Wochen mit einem Bekannten einkaufen, aber weiss nicht wie lange ers noch mitmacht, manchmal bestelle ich bei Tengelmann, aber kostet viel mehr die Alimente und auch der Versand.
Die 6-8 Stunden täglich sind Hundesitting jeden Tag, 1-2 Arzttermine, bin in mehrere Behandlungen auch privat und das fest jede Woche, dann Behördengänge wie alle, ja leider muss ich das machen, egal wie starke Schmerzen ich habe.
Seelisch, eine Psychologin meint, ich hätte Erschöpfungssyndrom und Traumatas aufgrund der Erfahrungen mit den Menschen, Ärzte(falsche Diagnosen usw), Exfreunde, aber das kam alles von der Krankheit aus.

Fakt ist: Habe aber 2,5 Jahre Yoga und PME, sowie Verhaltenstherapie gemacht, gar keine Wirkung auf die Schmerzen. Die psychol. Gespräche führe ich, weil ich isoliert bin und ausgeschlossen werde, von Männer, die keine kranke Frau wollen, von Menschen, die ich kennelernte und das ist für mich schwer zu ertragen, dass ich mit 32 so im Stich gelassen bin und leider auch unterschätzt, Sie können doch laufen, reden, bewegen Sie sich doch schneller usw. dann kann ich auch einkaufen, anderen helfen usw. also Altersvorurteile, Unerfahrenheit der Leute mit dem Thema, grade bei den meisten 20, 30-jährigen Menschen ist das Thema tabu und ich bin 32.

Mich stört keine Direktheit, solange sie respektvoll vorgetragen wird. Und Fragen stellen ist auch eine Form von versuchen zu verstehen, schlimmer finde ich Leute, die sich was vormachen. Danke für zuhören. Lg, Melissa
 

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