Ich glaube nicht, dass es Freunde für Menschen wie mich gibt

#1
Hallo zusammen

Wie der Titel schon sagt, wage ich daran zu zweifeln, dass es für mich Menschen gibt, die meine Gesellschaft genießen.

Verzweifelt bin ich auf der Suche nach der Ursache, aber ich glaube nicht, dass ich den wahren Grund jemals herausfinden werde. Dies setzt mir so stark zu, dass ich in letzter Zeit nur noch traurig bin. Vielleicht liegt es an den Hormonen, die von meiner Schwangerschaft (Stichtag 15.04.2015) kommen, aber ich werde auch von starken Selbstzweifeln gepackt, die mich in ein tiefes Loch ziehen.

Am wenigsten kann ich den Gedanken ertragen, dass man meine Gesellschaft nur unter Alkoholeinfluss aushalten kann, weil bei den Menschen von denen ich glaubte, dass sie meine Freunde wären, stets (viel) Alkohol geflossen ist. Aber auch bei Bekannten durfte er Alkohol nicht fehlen, sonst ist man gleich eine Spaßbremse.

Das Einzige, was ich mit Sicherheit sagen kann, dass ein unerfüllter Kinderwunsch eine sehr hässliche Fratze annehmen kann, besonders dann wenn man sich nicht mit der Kinderlosigkeit abfinden möchte, weil diese Menschen der Meinung sind, dass es ihnen zu 100% zusteht Nachwuchs zu bekommen im Gegensatz zu and anderen Menschen. Ich möchte jetzt nicht ins Detail gehen, weil dieser Beitrag sonst zu lang wird. Aber anscheinend war man der Ansicht, dass Menschen wie ich es nicht verdient haben schwanger zu werden, da man mich gerne zu der Sorte Mensch einordnet, die im Leben nichts anderes geleistet haben außer Kinder in die Welt zu setzen.

Ich hatte schon immer das Gefühl, dass ich in den Augen der anderen nur die "Arbeitslose" bin, aber ich klammerte mich zu sehr an der Illusion, dass man meine persönlichen Qualitäten nicht nur auf meine Erwerbstätigkeit beschränkt. Doch wenn ich zurückblicke und richtig darüber nachdenke, dann musste ich mir schon viele Sprüche anhören, die mehr gegen mich als für mich sprachen. Ich habe stets auf alles Mögliche verzichtet, um damit allen zu beweisen, dass ich kein Egoist bin. Ich habe mir auch stets die Probleme von bestimmten Menschen angehört, weil ich auch bestimmte Dinge gut nachvollziehen kann. Aber das alles scheint nicht zu reichen für eine wahre Freundschaft.

Inzwischen bin ich bereit mich damit abzufinden, dass keiner mit mir etwas zu tun haben möchte, da ich mich schon mit vielen Dingen abfinden musste. Es hat für mich einfach keinen Sinn mehr sich mit aller Kraft gegen Dinge zu wehren, die man nicht ändern kann. Es heißt zwar man ist seines Glückes Schmied, aber ich kann und will auch nicht mehr kämpfen. Ich will mich nicht wieder in eine emotionalle Abhängigkeit begeben, die mich nur zerstört.

Nach Aussagen von Experten heißt es, dass ein glückliches Leben ohne Partner und Kinder möglich ist, aber nicht ohne Freunde.

Wenn das der Wahrheit entspricht warum habe ich dann die letzten Jahre der Freundschaft nur noch als ein Gefängnis empfunden? Wie kommt es, dass ich lieber mit meinem Mann und meiner Tochter (geboren 19.09.2013) etwas unternehmen will als mit meinen sogenannten Freunden? Wie kommt es, dass ich mich so richtig frei fühle, wenn ich etwas (Neues) für mich alleine mache?
 
Zuletzt bearbeitet:

michaela

Erfahrenes Mitglied
#2
huhu
es hört sich total traurig an. Mir geht es was Freunde angeht ähnlich.
Aber das Glück Kinder zu haben - habe ich leider auch nicht. Wäre ja schon froh wenn ich wenigstens eins hätte - job hab ich auch nciht und Freunde auch nicht bzw. eine weit weg --- die zweite kann ich glaub ich auch vergessen, da sie schon ewig kaum noch antwortet - seit Feb gar nicht mehr und wie du so schön sagst
ich habe auch keinen Bock mehr zu kämpfen - das habe ich lange genug versucht.

Einziges HObby - Sauna- da gibts ne clique die auch mit mir spricht.
sonst gibts auch kaum leute hier. Die Freundin von weit weg kommt heute - da habic wenigstens mal 1,5 Tage was.

Och neidisch auf die die kinder haben dürfen bin ich auch oft - dass heißt aber nicht, dass ichs euch nicht gönne.. .. hätte es halt auch gern.
Genauso was JOb und Freunde angeht, da bin ich auch auf einige neidisch die es haben.

Keine Ahnung worans liegt, dass ichs nicht habe..... geht mir da wie dir.

Woher kommst du denn?

vg
 
#3
Hallo Michaela

Ich komme aus Marl (Kreis Recklinghausen).

Es tut mir sehr leid, dass dein Kinderwunsch (noch) nicht in Erfüllung gegangen ist. Besonders schlimm finde ich wenn ungewollt kinderlose Paare bzw. Menschen nicht offen darüber sprechen können, weil sie damit rechnen müssen, dass nur so Sprüche kommen wie "Sei doch froh, dass du nicht so einen Schreihals hast und deine Freiheit genießen kannst!" oder "In deinem Alter hättest du damit rechnen müssen, dass das nicht mehr klappt!"

Ich muss dazu sagen, dass ich auch eine Fruchtbarkeitsstörung habe, die aber anscheinend leicht mit der Pille in den Griff zu bekommen ist. Mein Körper produziert zu viele männliche Hormone, aber PCO scheint es nicht zu sein, da ich weder eine Insulienresistenz noch eine Schilddrüsenunterfunktion habe. Ich gehe davon aus, dass ich eher eine Funktionsstörung im Gehirn habe, die für den Hormonhaushalt zuständig ist.

Ich muss mir auch eingestehen, dass ich zumindest mein eigenes Geld verdienen würde. Ich dachte auch, dass ich einen Traumjob hätte, doch seit mir meine Mutter gesagt hat, dass sie mich zu meinem bestimmten Weg nie ermutigt hat, sondern ganz alleine meine verrückte Idee war. Seitdem bin ich in den Status "Ich weiß nicht, was ich will" zurückgefallen und bin daher bereit alles mögliche zu arbeiten. Hauptsache ich verdiene Geld. Auch meine sogenannten Freunde haben mich nie zu etwas ermutigt, sondern es kamen nur Sprüche wie "Ehrlich gesagt würde ich dich auch nicht nehmen, sonst nacher wirst du schwanger und ich muss dir die Stelle für 2 Jahre frei halten."

Als ich dann endlich zumindest einen Job auf 400-€-Basis, dann ganz plötzlich kam eine Freundin an mit einer Stellenanzeige, die ich annehmen sollte und den anderen Job kündigen. Da fühlte ich mich nur verar******, weil ich sollte meinen aktullen Job, der direkt vor meiner Haustür war für eine Stelle aufgeben, wo in ein Auto gebraucht hätte und wo ich erst spät am Nachmittag angefangen hätte zu arbeiten, was mich mehr gekostet als eingebracht hätte.
Einmal habe ich es abgelehnt für eine Woche Probearbeiten zu gehen, weil ich schon bei so vielen zum Probearbeiten war und es mir keinen Arbeitsvertrag eingebracht hat, da musste ich mir sagen lassen, was ich doch für eine Drückebergerin bin. Aber da alle Arbeit haben, stellen diese Menschen sich alles so einfach vor.
 

LoneWolf

Neues Mitglied
#4
Das Problem an der ganzen Geschichte ist einzig und allein wenn Menschen nicht in der Lage sind Empathie für jemanden zu empfinden weil sie zu sehr mit ihren eigenen unerfüllten Wünschen und/oder Problemen beschäftigt sind. Daher wohl auch der viele Alkohol um den Kummer zu vergessen, mal ganz Objektiv betrachtet :)

Ich habe auch schon die Erfahrung gemacht, dass man als minderwertig hingestellt wird von Personen die Probleme haben z.B. von Vorgesetzten oder den eigenen Eltern. Dieser Vorwurf du hast ja selber noch nichts geleistet ist leicht ausgesprochen aber über die Folgen macht sich keiner Gedanken. Das hängt mit heute immer noch nach, dieser Anflug von Trauer und Verzweiflung weil man im Leben ja angeblich noch nichts erreicht hat.

Dazu kommt bei dir vermutlich noch den Eindruck den einige unserer Mitmenschen haben, dass Arbeitslosen alles hinterhergetragen wird was im Endeffekt ja auch nicht stimmt.

Da hilft eigentlich nur ein neue Freundeskreis auch wenn es in der ersten Zeit schwer ist sichd avon zu trennen so stehst du ersteinmal an erster Stelle und deine Gesundheit (psychisch so wie physisch) und irgendwo auf der Welt gibt es mit Sicherheit für jeden Topf einen Deckel. Der Spruch passt auch für Freunde zumindest sollte man die Hoffnung nicht aufgeben
 

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