Lernen, wieder nach vorn zu sehen...

#1
Im Leben geht es auf und ab.

Man trifft Menschen, fühlt sich verbunden...man macht Fehler... und Wege trennen sich manchmal auf unschöne Art und Weise. Auch wenn man dazu neigt zu sagen, dass immer zwei Anteil daran tragen, dass zwischenmenschliche Beziehungen in Missverständnissen auseinandergehen, so sucht man doch die Fehler meistens bei sich Selbst.

Freundschaft ist ein grosses Wort. Und ich denke, einen wirklichen Freund zu finden ist in der heutigen Gesellschaft fast unmöglich.
Einander zu Vertrauen, sich gegenseitig so zu respektieren, wie man ist - miteinander sprechen zu können - und auch Krisen und Missverständnisse gemeinsam zu bewältigen...

Das erfordert Kraft.

Ich werde dieses Jahr 36 Jahre alt, bin in meinem Leben schon einigen Menschen begegnet.
Habe das Wort Freundschaft aber immer mit Bedacht gewählt...
Habe Fehler in meinem Leben gemacht, aber Menschen nie hintergangen. Jeder hat seine Geschichte, seinen Rucksack zu tragen. Schwierig wird es meistens dann, wenn man man erkennt, dass man füreinander da sein sollte - neben den guten Zeiten, in denen man sich versteht, gibt es im Leben eines Jeden eben auch Krisen. In solchen Zeiten wird bewusst, ob man in eine Freundschaft investieren will, ob man ansatzweise versucht, den Anderen zu verstehen - oder ob man - wegen seiner Fehler - alleine stehen gelassen wird.
Die Erkenntnis, dass Menschen gehen, wenn es eben nicht gut läuft, dass man im Ungewissen bleibt - und nicht versucht wird, Steine die den Weg versperren aus dem Weg zu räumen.... Das tut sehr weh. Nicht, dass sich Wege trennen... Das kommt im Leben vor... Weh tut es dann, wenn man einseitig versucht, Dinge der Vergangenheit beiseite zu räumen.... und letztendlich allein mit diesem Gefühl zurückbleibt.

Wie auch immer. Jeder muss wissen, was er in einer Freundschaft investieren will - jeder muss sich selbst im Spiegel ansehen können... Auch wenn ich mir allerhand vorwerfen kann, weil Menschen nunmal nicht gleichförmig und perfekt sind, Fehler machen und manchmal in verschiedene Richtungen denken.... Am Ende sollte man wenigstens immer den Versuch starten, nach vorn zu blicken und nicht nur das schlechte zu sehen, sondern sich eben an jene Zeiten erinnern, in denen man füreinander da war... und in Zukunft investieren, ohne Vergangenheit hinter sich herziehen zu müssen, wie eine Last.

Ich suche nicht mehr nach dem perfekten.
Ich suche Menschen, denen man vertrauen kann und die vertrauen schenken.
Menschen, für die man da sein kann, und die da sind - auch wenn es eben manchmal dunkel und wirr ist. Gerade dann, wenn man sich missversteht, versucht einander zu verstehen...

Ich denke, dass ist Kern einer Freundschaft...
Wenn alles gut läuft, ist es einfach, da zu sein.... Wichtig aber ist in meinen Augen, nicht alleine stehen zu müssen, wenn man sich verrennt.

Der Mensch ist nicht frei von Fehlern. Auch wenn das mancher von sich vielleicht abverlangt. Wenn man das tut, wird man scheitern, das habe ich erkannt und gelernt.

Den Anderen aber zu nehmen wie er ist und da zu sein....
Das können die wenigsten von sich behaupten...


Ich erwarte nichts. Ich würde mich einfach freuen, wenn sich jemand angesprochen fühlt und man sich austauschen kann.

Kurz zu mir:

Wiegesagt, ich bin 35 Jahre alt - stehe mit beiden Beinen im Leben, habe - wie jeder andere wohl auch - im Leben nicht nur Sonnenseiten gesehen, aber diese immer geschätzt und genossen. Ich würde mich selbst als einen kreativen Menschen bezeichnen, der seinen Gedanken gern in verschiedenster Weise Ausdruck verleiht. Ich liebe gutes Essen, gute Musik (wobei das auch immer ein bisschen subjektiv ist ) Spaziergänge und gute Gespräche.

Ich bin kein Mensch, der andere hintergeht. Wiegesagt, jeder hat und macht Fehler... aber im Grunde versuche ich loyal zu sein, auch die kleinen Dinge zu schätzen, die einem im Leben begegnen.

Und jetzt. Nach (oder mitten) in einer ziemlichen Lebenskrise, würde ich mich einfach freuen, wenn sich Menschen finden, mit denen man sich austauschen kann... und für die Freundschaft nicht nur ein Wort ist, sondern auch manchmal Arbeit. Vorallem an sich Selbst.


Würde mich freuen, wenn sich jemand meldet.
 
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