Warum bin ich für alle nur die "(gute) Bekannte"?

#1
Ich bemühe mich wirklich, Freunde zu finden, habe viele Hobbys und gehe unter Leute, damit ich nicht die ganze Zeit alleine zu Hause herumhocke. Die Leute sind auch nett zu mir, aber es bleibt immer höchstens bei Bekanntschaften, und ich muss immer diejenige sein, die sich bei jemandem meldet. Wenn ich es nicht mache, meldet sich niemand bei mir. Niemand scheint interessiert daran zu sein, auch mal zu fragen, ob ich Lust und Zeit hätte, etwas zu unternehmen, oder wie es mir geht. Kaum jemand gratuliert mir zum Geburtstag, zu anderen Geburtstagen oder Anlässen wurde ich lange nicht mehr eingeladen. Ich bin eher introvertiert und es kostet viel Kraft, immer auf andere zugehen zu müssen, nur um überhaupt ein paar Kontakte zu halten. Ich mag diejenigen sehr und würde gern mehr mit ihnen unternehmen, Gespräche führen, einfach mehr Zeit mit ihnen verbringen, werde aber anscheinend von ihnen allen eher als Bekannte abgestempelt. Alle haben schon ihren eigenen Freundeskreis und ich fühle mich oft wie das fünfte Rad am Wagen, manchmal denke ich auch, ich würde mich aufdrängen, wenn ich eben auch "dabei sein" will. Aber das ist mir noch lieber, als gar keine sozialen Kontakte mehr zu haben. Eigentlich bin ich offen für alles, unvoreingenommen, ich interessiere mich ehrlich für andere Menschen und das, was sie zu erzählen haben und wie es ihnen geht. Das scheint aber nie auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Es ist wirklich so: Wenn ich zu meinen Hobbys gehe und dort Leute treffe, gibt es oft nicht mehr als kurzen, höflichen Smalltalk. Wenn ich die Initiative ergreife und denen, die ich noch am ehesten als Freunde oder zumindest gute Bekannte bezeichnen würde, vorschlage, sich zu treffen oder etwas zu unternehmen, kommt es sogar auch manchmal zustande. Wenn ich selbst mich aber nicht mehr melde, höre ich absolut nichts mehr von irgendwem. Kennt das jemand auch in dieser Form?
 
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Roundabout

Gast
#2
Hallo Beltiona,


ich kann da einige Parallelen ziehen und ich glaube, dass wir uns ganz gut verstanden hätten.
Allerdings ist mein Problem halt wirklich Ich.

Ich hatte nie wirklich Probleme Freunde zu finden, bis ich mir selbst in die Quere kam. Ein Verhalten, das leider bis heute anhält.
Bei Freundschaften mache ich schnell einen Rückzieher und beende sie ohne einen erklärbaren Grund.

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Dieser Eindruck entsteht eben, entspricht aber nicht den Tatsachen. Schlussendlich wechselt mein Kopf lediglich in den Verteidigungsmodus, schirmt sich vor jeglichen Gefühlen ab, um nicht irgendwann verletzt zu werden. Es ist also als eine Art 'Präventivschlag' zu verstehen.

Dieses Verhalten ist anstrengend, vor allem wenn es falsch verstanden wird. Hinzu kommt meine 'Arschigkeit', vielmehr switche ich zwischen 'herzallerliebst' und totales Arschloch. Ich bin kein Freund der Extremen. Für mich gibt es nicht nur rechts und/oder links, um mal ein populäres Beispiel zu bringen. Wäre dies ein Politforum, wäre ich die goldene Mitte. Andernfalls sowohl rechts als auch links. Deshalb versuche ich auch mein Verhalten soweit zu kalibrieren, dass es am Ende eine gesunde Mischung aus beidem ist.

Es ist ungut, wenn man entweder oder ist. Die Mischung macht's.

Ich kann natürlich nicht sagen, wieso du lediglich als 'die (gute) Bekannte' gilst, denn ich kenne weder dich noch deinen Freundeskreis. Es klingt aber so, als würdest du dir furchtbare Mühe geben, die nie wirklich Anerkennung findet. Da wäre ich auch frustriert. Was ich dir auf jeden Fall sagen kann und raten möchte,

sei nicht zu 'kriecherisch'. Mach dich rar, indem du eine gewisse Gefühlskälte oder Distanz aufbaust. Zeig nicht zu viel Interesse, denn 'pathologische Euphorie' ist eher schädlich als gut. Die Interessen anderer sollten nicht deine überwiegen. Sie sind nicht besser und du nicht schlechter als sie.
Das mag vielleicht alles sehr elementar klingen und dennoch wird es oft vergessen.

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Der Text zielt ja auch gar nicht darauf, dir neue Perspektiven zu eröffnen, sondern dir lediglich in Erinnerung zu rufen, dass du diese Perspektiven oder Möglichkeiten hast.

Keine Ahnung. Hab die Hälfte von dem, was du geschrieben hast, bereits vergessen. Mein Gedächtnis streikt neuerdings.

Jedenfalls, hoffe ich auf Besserung.
 

michaela

Erfahrenes Mitglied
#4
@ Beltiona ja genau wo kommst du denn her jedenfalls so ungefähr? ich komme aus niedersachsen (Nähe Bremen) und wünsche mir auch so sehr eine Freundin/Bekannte - weil Freundschaft muss wachsen. ja mir geht es ähnlich zum Gebi gratulieren nur sehr sehr wenig.... eingeladen werden?, gefragt werden hast du mal zeit was zu machen? ist völig fremd für mich, gibts leider schon lange nicht mehr.
Hier an meinem Wohnort. Ich habe eine super tolle beste freundin und sie wohnt mega weit weg, das ist halt sehr schade.
Wir sehen uns 2 bis 3 mal im Jahr meistens und das is dann immer schön.
Die Sehnsucht zusätzlich noch jemanden vor ort zu haben ist rieisg groß. Ich bemühe mich aber es klappt leider nichts.
Über Foren usw. ja es kommen dann mal paar mails, aber schnell wieder vorbei.
Im mmoment warte ich auch wieder auf Antwort - ich wurde sogar gefragt mal nach 2 bis 4 mails wollen wir uns treffen .. ja gern und dann?????????????????????????????????
bis lang noch nix unds ist ü eine Woche her.
Bin ich jetzt zu ungeduldig?

Ja ich habe auch ein paar leute - die ich gern als Freundin hätte, mal treffen, aber leider wird das nicht erwidert.
In der Sauna habe ich ein paar sehr gute Bekannte.. das auch schön.

Aber es fehlen eben 2 bis 3 nette mädels um mal raus zu kommen was zu machen weil allein ist es nur traurig.....

Vielleicht wohnst du ja in meiner Nähe?

In diesem Forum ist es ja leider auch häufig so.. entweder weit weg.... und/oder paar mails und dann? oder gar keine Antwort - alles sowas.....

ok die offenen, da kommt bestimmt vielelicht noch was .. das ist erst kurze zeit her, aber eben auch schon x mal erlebt, antworten? unmodern, macht man nicht mehr.

grüße
 
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